Unser Netz soll unzensiert bleiben

Auch wenn es thematisch hier nicht so passt, es geht doch alle Netzuser an und daher will ich es nun auch hier mal thematisieren.

Unsere Familienministerin Ursula von der Leyen (Zensursula) ist dabei unter dem Werbewirksamen Deckmantel der Kinderpornobekämpfung eine Zensurinfrastruktur in Deutschland einzuführen.
Es sei an dieser Stelle ganz deutlich gesagt das jedwede Form von Kinderpronografie abzulehnen und zu bekämpfen ist, aber die Methoden die hier ins Feld geführt werden sind mehr als fragwürdig und werden die gesamte Kultur des Netzes verändern indem sie seine Freiheit bedrohen.

Das eigentliche Problem so wie ich es sehe besteht in mehreren Gefahren. Zum einen bekämpft eine Zensurliste das eigentliche Problem nicht sondern gleicht einem einfachen wegschauen. Wem genau wird damit geholfen? Es ist nicht schwieriger die Seiten abschalten zu lassen als sie zu filtern wenn sie im eigenen Land ghosted werden und auch wenn sie im Ausland stehen sollten sich da die Regierungen der westlichen Welt einig sein das es keine Diskussionen bei dem Thema gibt sondern auch gehandelt wird wenn es einen berechtigten Verdacht gibt. Nun könnte man einwerfen das es aber schwerer wird wnen die Server in Ländern stehen auf die nur schwer Einfluss zu nehmen ist, aber eine Auswertung der (ungewollt) veröffentlichten Sperrlisten aus Australien und Skandinavien hat ergeben das die Server nahezu komplett in den USA, Kanada, Australien, Holland und Deutschland stehen und zwischen diesen Ländern sollte es keine Kommunikationsprobleme geben. Gerade Skandinavien zeigt auch auf wo die GEfahren liegen. Nach dem bekannt werden der norwegischen Liste wurde dort ein Testlauf gestartet bei dem wahllos eine handvoll URLs mit scheinbar tatsächlich Kinderpornografischem Material rausgepickt wurden und die Abuse Abteilungen der jeweiligen Provider benachrichtigt wurden. Das Ergebnis war das nahezu alle Webseiten binnen 24 Stunden aus dem Web verschwunden waren, bis auf eine Seite bei der der Betreiber offenbar Altersnachweise vorlegen konnte. Dieses Experiment zeigt zwei DInge. zum einen das nach der Sperre offenbar das ganze nicht weiter verfolgt und nichts unternommen wurde und zum anderen das auch Seiten auf der Liste landen die keine illegalen Inhalte anbieten.
Doch damit nicht genug, auch in Skandinavien ist es unlängst passiert das Seiten auf die Liste kamen die gar keinen pornografischen Content beinhalteten. Absoluter Höhepunkt war eine Seite die sich kritisch zu den Netzsperren äußerte. Als das publik wurde ging ein riesen Aufschrei durch das Land unf die Sperrung wurde mit vielen Entschuldigungen zurückgenommen. Wars wirklich nur Zufall?

Ein weiteres großes Problem ist das eine Solche Technik sicher auch Begehrlichkeiten wecken wird (wenn das nicht sowieso schon in den Aufbau der Infrastruktur hineingespielt hat). Vorstellbar wären da Sperrforderungen der Musik- und Filmindustrie -in UK sperrte ein Provider unlängst Pirate Bay-, aber auch die bereits jetzt laut gewordene Forderung der hessischen Landesregierung nach Sperrungen von ausländischen Glücksspielanbietern mit Verweis auf das Staatliche Lottomonopol lässt erahnen wohin die Reise gehen könnte.

Wie soll das ganze eigentlich technisch funktionieren? Nun, ganz einfach, dass Bundeskriminalamt (BKA) wird die Sperrliste verwalten ohne das eine zivile Überwachung vorgesehen wäre. Die Sperrliste wird in regelmäßigen Abständen an die Provider ausgeliefert, die diese umzusetzen haben. Gesperrt wird vorläufig über die DNS Server. Ein DNS hat die Aufgabe die angeforderte URL in eine IP Adresse zu übersetzen was im Umkehrschluss bedeutet das jeder der einen ungefilterten DNS nutzt (z.B. einen privaten oder ausländischen), oder ienfach die IP selber eingibt um die Sperren drum herum kommt. Landet man wirklich auf einer gesperretn Seite soll ein Stoppschild angezeigt werden mit dem Hinweis das die Seite gesperrt ist. Hierzu wurde während der Woche angekündigt, dass entgegen anfänglicher Aussagen die Provider die IP Adressen speichern sollen die auf den Stopp Seiten waren und diese auf Nachfrage an das BKA herauszugeben haben. Somit muss man jederzeit fürchten in ein kriminellles Raster zu rutschen wenn man auf der Sperrseite landet und das obwohl niemand im vorraus wissen kann welche Seiten wirklich gesperrt sind. Die Folge wäre eine Surfparanoia bei der man jeden Link fürchten muss da er ja auf eine Stoppseite führen könnte.

Dieser Wahnsinn darf so nicht stattfinden. Daher sollte jeder seinen Bundestagsabgeordneten kontaktieren (z.B. über abgeordnetenwatch.de) und sich an Protesten und ähnlichem beteiligen. Es geht uns alle an

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