Erstes Auswärtsspiel, erster Sieg

Hamburg @ Berlin 16:7

Vince Martino hat in seinem ersten Auswärtsspiel vor über 30.000 Fans und strahlendem Sonnenschein den ersten Sieg eingefahren. Die Sea Devils ließen eigentlich von anfang an nie Zweifel an ihrer Überlegenheit aufkommen. Auch wenn manchmal das Tempo etwas rausgenommen wurde war es taktisch und spielerisch höchst interessant und eine 100 prozentige Steigerung für die Hamburger.

Trotzdem die ersten Punkte erst im zweiten Quarter vielen erarbeiteten sich die Devils über das erste Quarter eine sehr gute Feldposition, die auch daraus resultierte das Berlins "Wunderkicker" Jacas diesmal aus 40+ Yards verschoß. Doch schon dieser Versuch so früh im Spiel zeigte wie schwer sich Berlin zu diesem Zeitpunkt mit der Hamburger Defense tat. Vor allem unsere Run Defense, die nach der letzten Woche mächtig Kritik abbekommen hatte, stand sehr sehr solide. Dazu kommt das beste Safety Duo das Hamburg bislang vorweisen konnte. Um dies zu untermauern gelang Shawn Mayer seine siebte NFLE Interception im dritten Quarter die er 15 Yards weit bis an Thunders 45 zurücktrug. Mindestens genauso gefährlich sind dieses Jahr die Cornerbacks. Hier ist natürlich vor allem Justin Wyatt zu erwähnen der Berlins beste Chance in der zweiten Halbzeit erstickte und eine Interception in der eigenen Endzone fing. Alleine diese beiden Aktionen dürften viel zur Spielgestaltung und zur mentalen Überlegenheit beigetragen haben. Im Fanblock wurden sie jedenfalls gefeiert wie Touchdowns.

Wo auch immer die Steigerung der Defense her kam, die vorher hochgelobte Offense wollte ihr nicht zurückstehen und so passt es das Casey Bramlet vielleicht eins seiner sichersten Spiele für die Sea Devils absolvierte. Die 116 Passing Yards sind dabei nicht so entscheidend wie die Tatsache das er oft Nervenstärke bewies und abwartete bis sich die Spielzüge entwickelten. Auch einen Fumble konnte er sehr stark recoveren. während er keine Interception warf.

Beeindruckender als Bramlets Leistung war aber die seines Kollegen Rod Rutherford. Nachdem er im ersten Spiel vollkommen von der Rolle war und sein Einsatz im vierten Quarter Diskussionswürdig war zeigte er nun sein ganzes Potential. Direkt mit seinem zweiten Pass landete er eine echte Bombe und warf 31 Yards auf Josh Davis. Damit dürfte er einiges an Selbstvertrauen getankt und sich vor den Fans rehabilitiert haben.

Überhaupt kam erst durch ihn das Passspiel im zweiten Quarter so richtig in Gang. Bis dahin war es vor allem der Lauf der die Devils am Leben hielt. Hollings und Griffin ergänzen sich hierbei ganz gut und keiner sticht deutlich heraus, was viel Platz zum variieren lässt. Eins fällt aber immerwieder auf. Griffin scheint mit den Verhältnissen in Deutschland noch nicht warm geworden zu sein. In Hamburg wie in Berlin sah man ihn ein ums andere Mal straucheln und rutschen. Entweder sollte man sich mal Gedanken um andere Cleats machen, oder er ist eher ein Field Turf Spieler, was hier nicht von Vorteil wäre.

Das Passspiel war genauso ausgewogen wie der Lauf, jedenfalls als es dann mal lief. Scott McCready, der top Receiver von letzter Woche spielte dabei aber überraschenderweise kaum eine Rolle. Er war meist hauteng gedeckt und das gav zwei anderen die Möglichkeit sich zu präsentiern. Davis und Maxwell gaben sich die Klinke in die Hand und fingen beide für ca. 66 Yards bei einem Schnitt von 13. Maxwell viel vor allem durch seine Fähigkeit auf mit dem Ball nach dem Catch zu laufen. Er machte aus kurzen Pässen noch unglaublich viel mit kurzen Cuts und schnellen Antritten. Höhepunkt war ein fünf Yard Catch mit anschließendem 22 Yard Lauf in dritten Quarter. Während die TDs ausschließlich erlaufen wurden waren es die Big Plays auf diese beiden Jungs die Berlin total aus dem Konzept brachten.

Ebenfalls erwähnt sei auch noch Hamburgs Kicker Shane Andrus. Der schwer in die Kritik geratene Kicker aus Indianapolis traf einfach alles. Ein 40+ Yards FIeldgoal dürfte auch bei ihm für viel Selbstvertrauen gesorgt haben. Er zeigte den ganzen Tag über keine Schwächen mehr weshalb wir das erste Spiel und die Schwächen beim Training mal vergessen wollen.

Berlins einziger Touchdown im vierten Quarter resultierte vor allem durch einen sehr guten Kickoff Return an Hamburgs eigene 44. Von hier aus konnte man die einzige schwache Phase in der Devils Defense nutzen, doch war das zu diesem Zeitpunkt eigentlich sehr schmeichelhaft und es kam kein wirkliches Kribbeln mehr auf. Es war mehr oder weniger klar das Hamburg den Sack nur mehr zumachen zu brauchte und das taten sie dann mit dem letzten Fieldgoal auch das aus dem Spiel ein 2 posession game machte.

Zum Gameplan will ich sagen das ich sehr erfreut war. Martino hat im richtigen Moment versucht einen vierten auszuspielen. Dies wirkte nicht so gedrungen wie letztes Jahr. Wieterhin ließ er bei einer short yardage Situation eine I-Formation aufs Feld anstatt der üblichen 3 WR/Singleback. Dies fühtre zwar nicht zum Erfolg zeigte aber mal Variationen und gab der Defense somit die Aufgabe sich drauf einzustellen. Er experimentierte auch kurz mit einem 2 WR Set. Dies gab vor allem Brmalet mehr Protection und Zeit. Ansonsten gefällt mir dieses Jahr besonders die Motion vor dem Snap. Es wurde kurz ein "Tripple Bunch" angedeutet bevor er einen WR in Motion verstzen ließ. Sehr schöne Ansätze die die Eindimensionalität aus dem Spiel nehmen.

Zum Drumherum

Hier sei gesagt das ich bei der Anfahrt die Schlange für Knut gesehen habe und mir echt an den Kopf fassen muss was da für ein Ding von gemacht wird, aber gut. Die Party vor dem Spiel habe ich nur kurz besucht da ich recht Spät am Stadion war. Ich war etwas enttäuscht das die Party in Berlin jetzt vor dem Stadion stattfindet. Das hat den Vorteil das jeder auch ohne Karte hingehen kann und vor allem das man die Beschwerden und erwirkten Beschlüsse bezüglich der Lautstärke einiger Anwohner übergeht, aber das schöne Flair des Olympiageländes ist komplett weg. Berlin hat sehr viel Ärger wegen der Lautstärke gehabt und nun kann man mit einem Trick zumindest die Party erstmal wieder so machen wie man will, aber es ist nicht das Gleiche und viel wichtiger wäre zu erwirken das die Fans ihre wirklich imposanten Trommeln wieder ohne BEschränkungen ins Stadion bringen können.

Beeindruckend waren die 30.000 Fans. Durch die wirkte das riesige Olympiastadion sehr viel voller als letztes Jahr. Die Geräuschkulisse war für diese Menschenanzahl aber sehr dezent. Dies rührte daher das viele Zuschauer nichts mit dem Sport zu tun hatten und durch diverse Aktionen Freikarten bei Lidl bekamen. Wie viel davon wiederkommen muss man nächste Woche sehen. Ein weiterer Teil kam durch Freikarten die den Dauerkarteninhabern zustehen. Hier ging man den gleichen Weg wie Hamburg. Auch hier ist es so das Dauerkarteninahber die bei ihren Gästen sitzen wollen auf die Gegentribühne wechslen mussten. Dadurch wurden großé Lücken in die Haupttribühne gerissen was der Stimmung auch nicht zuträglich war.
Überhaupt verstehe ich in den Städten mit deutlichem Schnitt unter 25.000 nicht wieso man die oberene Ränge öffnet. Die B und C Ränge gehören bei dieser Belegung geschlossen. Damit würden die A Ränge gut bis sehr gut gefüllt werden und es würde optisch besser aussehen da die Lücken nicht da wären und zudem wäre die Stimmung sehr viel besser. Gerade in Stadien wie der AOL Arena und dem Olympiastadion würde das Sinn machen da sie für die Auslastung viel zu groß sind.

Der Stadionsprecher war unter aller Kanone und hat sich einige Dinger erlaubt. Da kam zum Beispiel Berlins Punt Team bei Hamburgs viertem Versuch aufs Feld, oder er gab erste Versuche die dann keine waren um mal einen kleinen Auszug zu geben. Eins war aber richtig clever, ca. 4 Min vor Schluss hatte Thunder die Devils bei einem dritten Versuch tief in deren eigener Hälfte festgesetzt. Es war die letzte Chance das Spiel rumzureißen. Dies erkannte der Sprecher und um die unbeteiligte Masse zu animieren machte er ein kleines Spielchen mit den Geraden und ließ sie testen welche Seite lauter währe. Kurz vor dem Snap ließ er beide Tribühnen nochmal zusammen Vollgas geben wodurch genau im richtigen Moment eine extreme Kulisse entstand. Die Devils ließen sich davon auch tatsächlich aus der Ruhe bringen und mussten Punten.

Ausblick

Nächste Woche geht es zum bislang gefährlichsten Team der Liga nach Frankfurt. In Frankfurt ist es aufgrund der unglaublich lauten Trillerpfeiffenkulisse doppelt schwer und Frankfurt hat in den ersten beiden Spielen gezeigt das sie sehr ausgewogen sind. Hier werden die Top Offenses aufeinandertreffen und vor allem die Big Plays können das Spiel entscheiden. Hamburg wird sich auf seine Safeties und CBs verlassen müssen die die Galaxy fordern werden, doch gegen Köln haben sie gezeigt das sie jeder Defense gewachsen sind. Es wird sicher spannend und wenn ihr Devils Fans seid oder es werden wollt kommt nach Frankfurt, dort zählt jeder Fan gegen die Lila Macht.

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