Superbowl XLI (41) nachgefasst

Indianapolis vs. Chicago (29:17)

Wie von den meisten erwartet haben Peyton Manning und seine Colts die Bears regelrecht überflügelt und sich im Galopp den SUperbowl gesichert. Fehler passierten zwar auf beiden Seiten, aber die Colts waren schlussendlich in allen Belangen überlegen und Rex Grossmann hat gezeigt das es für ihn zu früh war mit dem Superbowl. Ihm fehlt die Abgeklärtheit und die Coolness. Dabei sah es im Verregneten Miami eigentlich nach einem klaren Vorteil für das TEam aus was  immer draußen spielt doch es sollte alles ganz anders kommen und nun ist Tony Dungy der erste schwarze der den Superbowl als Coach geholt hat und einer der wenigen überhaupt dem es als Spieler sowie als Trainer gelang.

Irgendwie ist es auch eine echte amerikanische Geschichte in der der große Held (Peyton Manning), der es sich lange und hart erarbeitet hat, am Ende mit der Trophäe nach Hause geht und man gleichzeitig aber auch ein gutes Gefühl für den Verlierer hat.

Eine Rekordsumme von 144 Millionen Menschen sah das kleine Sportmärchen rund um Manning live im TV. Im Stammmarkt USA hatte mehr als 50% Einschaltquoten. Nun muss man wissen das sowas nicht unnormal ist, denn die 13  höchsten Quoten aller Zeiten werden in den USA von Superbowls gestellt und dieser wird die Liste wohl um Nummer 14 erweitern. Zu empfangen war die Ausstrahlung in 232 Ländern weltweit was den Superbowl zum größten einzel Sportevent auf dem Planeten macht.

Für Manning und seinen Coach Tony Dungy ging eine lange Zeit zu Ende in der ihnen der große Wurf nie zugetraut wurde. Wie oft hieß es das beide niemals das große Spiel gewinnen würden? Das ist nun ein für allemal vorbei und es ist sicher eine große Genugtuung. Dungy verkörpert auf seine Art eine neue Generation von Coaches, die trotz ihres ruhigen Auftretens an der Sideline, ohne rumgebrülle nicht lethargisch wirkt sondern das Spiel einfach anders aufnimmt. Manning ist hingegen wohl nicht kopierbar. Er ist das Ausnahmetalent seiner Generation und die Grossmanns, Vicks und Youngs werden noch viel arbeiten müssen um ihm nahe zu kommen. Trotzdem schien seine Karriere auf einem Wendepunkt angekommen zu sein da er nie über die Playoffs hinaus kam und daher wurde er schon gar nicht mehr als wirkliche Hürde eingestuft. Doch das dürfet sich jetzt geändert haben und damit hat er sich auch von QB Legenden wie Dan Marino abgesetzt die den großen Wurf nie schafften. Das Leben der beiden wird nun im Football sicher einfacher werden, denn mit dem Ring können sich beide nun zurücklehnen und alles auf sich zukommen lassen.

Apropos auf sich zukommen lassen. Da stellt sich auch direkt die Frage nach Tony Dungys Zukunft. In einem Interview nach dem Spiel hielt er sich sher bedeckt ob und wie sein Weg bei den Colts weitergehen wird. Er wollte nicht bestätigen und auch nicht verneinen das er dort Head Coach bleibt, doch ich hoffe sehr das er sich besinnt und Indianapolis jetzt nicht verlässt. Irgendwie ist auch er zum GEsicht der Franchise geworden.

Der Weg zum Superbowl Sieg war allerdings nicht einfach für die Colts. Er stellt ein absolutes Ergebniss von Zusammenspiel zwischen Offense und Defense dar. Nicht Manning allein hat das Wunder bewirkt sondern die Colts waren ein gutes Team und vor allem die Defense hat einen Löwenanteil dazu beigesteuert das nicht die Bears mit der Vince Lombardy Trophy nach Haus gefahren sind. Hinzu kommt die Tatsache das jeder Offense Drive sehr viel Zeit von der Uhr nahm und der Ballbesitz für die COlts damit eklatant höher als der der Bears war. Man hat dem Gegner so gut wie keine Chance gegeben sich auf dem Platz auszutoben und die Defense nach und nach niedergerungen. Irgendwann schwanden dort sichtbar die Kräfte und ab da war es dann gelaufen. Manning ist im Laufe der Playoffs auch für die Defenses der NFL schwerer auszurechnen geworden. Er hat viel an der Art umgestellt wie er ein Spiel aufzieht und so auch in diesem Superbowl. Es regnete nicht nur die Bomben in die Endzone, sondern es gibt eine gute Balance zwischen kurzen Pässen und auch dem Laufspiel. Das haben vor den POs sicher nicht viele erwartet und auch die Bears schienen nicht darauf gefasst.

Die Colts hatten insgesamt ca 38 Minuten Ballbesitz während den Bears nur 22 Minuten Zeit blieb und das bei der vermeintlich besten Defense der Liga. Trotz der Pass first Offense gelang es den Colts auch mit 191 rushing Yards die BEars mit 111 Yards weit zu überflügeln. DAs verdeutlicht auch nochmal das es den Colts gelungen ist mit Bob Sanders ihre größte Lücke zu schließen und sich nicht mehr ständig über den Haufen rennen zu lassen. Insgesamt sieht es auch noch deutlicher aus wenn man sich vor Augen hält das die Colts 81 Offense Spielzüge durchführten und die Bears gerade einmal 48. Zum Schluss blieb also nicht mehr viel übrig von der Kräfteüberlegenheit der Bears und sie mussten sich in allen signifikanten Punkten geschlagen geben. Mannings 25 angebrachte Pässe aus 38 Veruschen mit einer Interception und einem Touchdownpass sind zwar kein Carreer High für ihn doch ganz ordentlich und so muss man sich vom Mythos verabschieden das ein Dome Team in schlechtem Wetter keine Chance hat.

Angefangen hatte es eigentlich gar nicht so gut für die Colts und es sah so aus als könnte endlich mal wieder ein NFC Team die AFC schlagen und den Negativtrend der Saison brechen. Direkt beim Kickoff legte Chicagos Devin Hester mit einem 92 Yard kickoff return Touchdown den längsten und wohl schnellste Tpuchdown in einem Superbowl hin und bewies seine absolute Klasse als returner. Es folgte noch ein 52 Yard lauf von Thomas Jones der damit zum Stand von 14:6 für die BEars im ersten Quarter mächtig vorlegte.

Das große Problem stellte sich aber bald heraus. Der Lauf wurde von den Colts fast komplett unterbunden und Rex Grossmann zeigte das er noch nicht soweit ist und dieses Spiel nicht gewinnen konnte. Nun spiel Grossmann seine erste Saison (obwohl schon in der dritten im Team) und es war sicher auch etwas viel verlangt mit dem ganzen Druck und den Erwartungen eines Superbowl umgehen zu können, doch wäre es die einzige Hoffnung der Bears gewesen und Grossmann war nicht mal dicht drann diese zu erfüllen. Die Colts haben es ganz offensichtlich auch von anfang an darauf angelegt und versuchten primär den Lauf abzuwürgen und so Grossmann mit tiefen Pässen in Fehler zu jagen um dann daraus GEwinn ziehen zu können und der Erfolg hat ihnen Recht gegeben. Es wäre jetzt absolut unfair alles nur auf Grossmann abzuwälzen denn die Defense hat mindestens genauso viel zu der Niederlage beigetragen, aber der QB ist halt irgendwie immer das Gesicht einer Franchise.

Spielübersicht nach Quartern:

Quarter 1:

15:00 Devin Hesters kickoff return für Chicago war der absolute Paukenschlag mit dem niemand gerechnet hatte und der auch nicht hätte passieren dürfen zwei bis drei Colts hatten die Chance ihn zu stoppen und es nicht geschafft. Anschließend hatte man das GEfühl das Indianapolis sich erstmal davon erholen musste.

13:02 Bears Safety Harris intercepted Peyton Manning, der trotz sehr guter coverage auf Marvin Harrison wirft, und die Bears sind ganz oben auf.

06:58 Manning completed auf Reggie Wayne für einen 58 Yards Touchdown. Absolutes Abspracheproblem zwischen Bears Free Safety Danieal Manning und seinem CB die Wayne auf einmal völlig frei stehen lassen. Sowas darf nicht passieren. Anschliessend schaffen die Colts aber den Extrapunkt nicht.

06:58 Die Colts versuchen Hester aus dem Spiel zu halten und kicken nicht auf ihn. Gabe Reid versucht stattdessen den return für Chicago, fumbled aber und die Colts erobern den Ball nach einem Tackle von Robert Mathis.

06:34 Chicgos Thomas Jones legt einen sagenhaften 52 Yard run an die Indy 5 Yard line hin. Es folgt ein 4 Yard Touchdownpass auf Muhsin Muhammad.

Quarter 2:

06:15 Dominic Rhodes läuft zu einem 2 Yard Touchdown und bringt die Colts erstmals mit 16-14 in Führung. Der Hit den er vorher noch einstecken musste konnte ihn nicht stoppen. Ab hier merkte man wie die Bears Defense langsam aber sicher abbaute weil ihnen wohl sclichtweg die Luft ausging.

00:02 Adam Vinateiri verschießt ein 36 Yard Fieldgoal. Hinterher hieß es oft er sei ja sonst fehlerferi in großen Spielen was aber nur bedingt stimmt, denn in Superbowl 38 konnte er auch nur eins von drei Fieldgoals in Punkte verwandeln.

Quarter 3:

05:45 Nachdem er durch einen Sack im vorherigen Spielzug 11 Yards verlor (zuerst stolperte er über die eigenen Beine) fumbled Grossmann nun den Ball direkt beim Snap und recovered ihn nach nochmal elf verlorenen Yards. In diesem Moment scheint er völlig von der Rolle und sowas darf nicht passieren selbst bei diesem Wetter nicht.

Quarter 4:

11:59 Colts CB Kelvin Hayden Intercepted einen Pass auf Muhammad den Grossmann niemals hätte werfen dürfen, aber er schien hier total den Überblick verloren zu haben. Hayden returned 56 Yards zum Touchdown und bringt die Colts mit 29-17 in Führung. Die Tür für die Bears ist hier bereits so gut wie zu.

10:12 Bob Sanders intercepted einen Pass auf Berrian. Grossmanns Wurf war Katastrophal, viel zu hoch und direkt in die Feldmitte wo Sanders am gefährlichsten ist. Ich denke der Druck war hier einfach zu viel.

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  1. By Superbowl XLI (41) nachgefasst « GB Bilder on 4. December 2010 at 01:02

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